Der Beschreibung rechts im Blog habt ihr sicherlich schon entnommen, dass ich seit über 4 Jahren erfolgreich und mit stetig anhaltender Begeisterung eine Gilde in World of Warcraft leite. Vor World of Warcraft war unsere Gilde mal ein Quake III Arena Clan und hat dort alle Ligen gewonnen, die es zu gewinnen gab. Quake III Arena soll aber nich Gegenstand des Blogs sein, sondern hier dreht sich alles um World of Warcraft. Von der richtigen Lootverteilung (Beute) bis hin zur Frage wie man mit Membern umgeht, alles was man im Raid- und Gildenleiter Alltag in World of Warcraft so erlebt kommt hier zur Sprache und ich gebe euch Tipps und Ratschläge, wie ihr jede Situation richtig meistert.

Ursprünglich hatte ich geplant als ersten Blog eine Art kurzen Überblick über die verschiedenen Raidkompositionen zu veröffentlichen, aber ich habe mich dann doch dafür entschieden einen Blog zu verfassen, der euch dabei hilft eine Gildenbank erfolgreich zu verwalten.

Bestandteil jeder erfolgreichen, weniger erfolgreichen, kleinen und großen Gilde ist die Gildenbank. Aufgabe der Gilden- bzw. Raidleitung ist es, eine funktionierende Gildenbank in einer Raidgilde so zu verwalten, dass man in Zeiten des Überflusses (farm raids) Gold und Materialien anhäuft und in Zeiten des Mangels (progress raids) die angesammelten Bestände ausgibt. In Teil 1 des Exkurses ,,Die Gildenbank” zeige ich euch, wie ihr am schnellsten, effektivsten und am sichersten WoW Gold macht, um euren Raid über mehrere Schlachtzüge hinweg komplett mit allem einzudecken was er braucht.

Jeder hat einmal klein angefangen…

Auch unsere Gildenbank hat einmal klein angefangen und war zu WoW classic Zeiten nicht mehr als ein Level 1 Charakter mit 16er Taschen ausgestattet, in denen sich ab und zu Kräuter befanden. Ihr solltet also nicht gleich das Handtuch werfen, nur weil ihr nicht alle Bank slots der Gildenbank kaufen könnt oder ihr mehr Ausgaben als Einnahmen habt. Im Gegenteil, versucht euch am Anfang auf das notwendigste zu beschränken was die grundlegenden Aufgaben und Möglichkeiten eurer Gildenbank betrifft und haltet euch strikt daran.

  1. Sicherheit
  2. Beschränkt den Zugriff und die Verwaltung auf max. 1-2 Personen so könnt ihr sicher überwachen wie viel Gold ihr einnehmt, wie viel ihr ausgebt und wie viel Spielraum ihr für weitere Investitionen habt. Zudem seid ihr durch die Beschränkung auf so wenige Personen die Zugriff haben, sicher vor unerwünschten Gefahren.

  3. Weniger ist manchmal mehr
  4. Legt euch zunächst auf eine Sache fest die der Raid gestellt bekommt und stellt sicher, dass ihr davon mehr als genug stellen könnt. Ein guter Anfang und auch nicht allzu teuer ist es, wenn ihr für schwere Boss Encounter Elixiere, Fläschchen und Tränke den gesamten Raid über zur Verfügung stellt.

  5. Regelmäßigkeit und Routine
  6. Je regelmäßiger und routinierter sowohl der Umgang als auch der Raid support durch die Gildenbank passiert, desto mehr Vertrauen finden die Member in euch und den Sinn einer Gildenbank.

Woher kommt denn nun das Gold?

Die Frage aller Fragen und die Antwort darauf ist doch so simpel. Der Raid selber ist es, der sowohl Erzeuger als auch Verbraucher ist. So merkwürdig die Antwort auch klingen mag, die folgenden Beispiele werden deutlich machen, wieso das Prinzip aufgeht und mit steigendem Erfolg sogar noch profitabler wird. Wichtig dabei ist, Spenden, Steuern oder sonstige Formen von Einnahmen sind nicht gemeint. Einzig und allein was sich der Raid durchs raiden erarbeitet, sollte in die Gildenbank investiert werden um jegliche Art von unfairer Verteilung (z.B. Person A hat mehr gespendet als Person B, bekommt A dann auch mehr zurück als B?) zu vermeiden.

  • Raid Boss Gold

  • Eine der ersten Möglichkeiten die ihr wahrnehmen solltet ist das Gold der Raid Bosse einzusammeln. Im Schnitt droppen die Bosse 200-280 Gold (25 Spieler Instanz / 10 Spieler ~50% davon) und bei fünf Bossen in der Prüfung des Kreuzfahrers (x2 wenn ihr die heroische Version angeht), 14 Bossen in Ulduar und durch Onyxia kommt schon ungefähr 5.000 Gold zusammen. Zusätzlich könnt ihr noch Naxxramas mit seinen 15 Bossen und das Obsidiansanktum angehen und dort nochmal zusätzlich ungefähr 3.000 Gold erbeuten. Alles in allem kommt also schon durch das einsammeln des Goldes, was die Raid Bosse droppen, ein Plus von ungefähr 8.000 Gold zustande. Ihr werdet zwar anfangs auf etwas Widerstand innerhalb des Raids treffen, wenn ihr den Raid verlasst, das Gold einsammelt und dann wieder den Raid betretet, weil das Gold nicht sofort in etwas Greifbares umgewandelt wird, sondern erstmal dazu dient das System “Gildenbank” zum laufen zu bringen, aber im laufe der nächsten Wochen und Monate wird sich die Meinung der meisten Raider dann schlagartig ändern, wenn unter anderem Elixiere, Fläschchen und Tränke gratis gestellt werden von der Gildenbank zu schweren Raid Encountern.

  • Beim Anlegen gebundene Gegenstände

  • Mit der Veröffentlichung von Ulduar und der Prüfung des Kreuzfahrers hat Blizzard viele epische Gegenstände eingeführt, die beim Anlegen gebunden werden und als Beute bei den Raid Bossen oder beim Trash davor droppen. Die Gegenstände sind meist so begehrt, dass ihr direkt die Möglichkeit ergreifen solltet, wenn kein Bedarf innerhalb der Gilde mehr besteht, sie gewinnbringend im Auktionshaus zu verkaufen. Idealer als das Auktionshaus wäre, wenn ihr Käufer über den Handels-Chat findet, um euch so die Gebühren des Auktionshauses zu ersparen. Epische Gegenstände die sich häufig und zu sehr hohen Preisen verkaufen sind unter anderem:

    [Nördliche Barriere] 3.5005000 Gold

    [Protobalggamaschen] 1.5002.500 Gold

    [Eisennietenkriegshelm] 2.500 - 4.500 Gold

    und alle Gegenstände die ihr sonst noch in Ulduar findet. Gegenstände die beim Anlegen gebunden werden und in der Prüfung des Kreuzfahrers droppen, haben meist einen Wert von weit über 7.000 Gold und sollten wirklich nur dann verkauft werden, wenn niemand sie in der Gilde mehr braucht.

    Neben den epischen Gegenständen, gibt es noch rare Reagenzien die von den Bossen in Ulduar [Runenbeschriebene Kugel] und der Prüfung des Kreuzfahrers [Kugel des Kreuzfahrers] droppen und als ein Bestandteil bei der Herstellung für epische Gegenstände dienen. Natürlich könnt ihr die raren Reagenzien direkt zu den epischen Gegenständen verarbeiten und verkaufen, was ich euch aber eher empfehlen würde wäre, sobald die Bedürfnisse der Gilde gedeckt sind, auch die raren Reagenzien direkt im Auktionshaus oder Handels-Chat zu verkaufen. Die Preise für [Runenbeschriebene Kugel] sollten sich so bei ungefähr 125 Gold und die für [Kugel des Kreuzfahrers] um die 600 Gold pro Stück einpendeln.

  • Beim Aufheben gebundene Gegenstände
  • Etwas unsicherer und daher nur bedingt empfehlenswert, ist der Verkauf von Gegenständen die beim Aufheben gebunden werden. Es erfordert sehr viel organisatorischen Aufwand und die Chance einen Gegenstand erfolgreich zu verkaufen, hängt von der drop Wahrscheinlichkeit des Gegenstandes ab. Daher solltet ihr diese Möglichkeit nur für Gegenstände in Betracht ziehen, die auch wirklich zu 100% droppen und keinen drop Chancen von 5-10% unterliegen. Gute Beispiele für Gegenstände die beim Aufheben gebunden werden und 100% drop Chancen haben sind z.B. die Flugreittiere aus dem Obsidiansanktum [Zügel des Zwielichtdrachen] (25 Spieler und 3 Drachen am leben gelassen) und [Zügel des schwarzen Drachen] (10 Spieler und 3 Drachen am leben gelassen) die beide um die 10.000 Gold wert sind.

  • Erfolge
  • Den mit Abstand größten Anteil an euren Einnahmen kann, wenn die spielerische Leistung stimmt, der Verkauf von Erfolgen ausmachen. Von Titeln die man nur durch Raid Erfolge bekommt bis hin zu 310% Flugreittieren, die es nur über Erfolge gibt, mehr als genug Käufer sind bereit Summen von 10.000100.000 Gold und mehr zu zahlen, wenn die Erfolge sicher erreicht werden. Im Grunde gibt es hier keine Grenzen, was die Höhe der Summe an Gold betrifft die ihr verlangen könnt und nur euer Verhandlungsgeschick sowie die Sicherheit die ihr dem potentiellen Käufer geben könnt, dass ihr den Erfolg auch wirklich schafft, entscheidet über euren Gewinn. Euch sollte aber bewusst sein, sobald ihr einmal scheitert und den Erfolg nicht schafft, dass der Käufer sich womöglich um entscheidet und entweder nicht mehr bereit ist die volle Summe zu zahlen oder den Erfolg bei einer anderen Gilde versucht zu bekommen. Sehr begehrte Erfolge sind unter anderem:

    [Ruhm des Schlachtzüglers von Ulduar] (10 & 25 Spieler Ulduar)

    [Der Unsterbliche] (25 Spieler Naxxramas)

    [Der Unverwüstliche] (10 Spieler Naxxramas)

    [Zwielichtzone] (10 & 25 Spieler Obsidiansanktum)

    Es gibt noch einige weitere Titel und Reittiere die “verkaufbar” wären, die aber aufgrund ihrer Schwierigkeit nicht rentabel sind.

    z.B.:

    [Ein Tribut an den Wahnsinn] (10 & 25 Spieler Prüfung des Kreuzfahrers)

    [Allein im Dunkeln] (25 Spieler Ulduar)

    [Genug beobachtet] (10 & 25 Spieler Ulduar)

    [Herold der Titanen] (10 Spieler Ulduar)

    Häufig benötigen Spieler aus der eigenen Gilde noch Gegenstände von den entsprechenden Raid Bossen und Fehler sind im Gegensatz zu den oben genannten Erfolgen, bei diesen nicht verkraftbar. Deswegen würde ich euch eher davon abraten die Erfolge zu verkaufen, weil das Risiko zu scheitern und der organisatorische Zeitaufwand momentan viel zu hoch sind, auch wenn die gebotenen Summen höchstwahrscheinlich explodieren würden.

In was investiere ich das neu erworbene Gold nun sinnvoll?

Um einen kleinen Vorgeschmack auf Teil 2 zu geben, habe ich die Leitfrage des nächsten Blogs schon mal vorweg genommen und im Grunde ist die Antwort darauf, fast so einfach wie die woher das Gold kommt, aber jede Raid Instanz und jeder Raid hat seine Eigenheiten und eben die gilt es zu erkennen und aus zu nutzen. In dem Sinne, viel Spaß beim raiden in World of Warcraft und im nächsten Blog gibt es dann die Antwort.